Reichskleinodien. Herrscherornat der deutschen Kaiser im Mittelalter.

Friedrich Hottenroth, Deutschland, Kaiser, Reichsapfel, Kaiserkrone, Herscherornat, Mittelalter, Ornat,
Tafel 14. Deutsche (1100—1200). Kaiserornat.

Reichskleinodien. Herrscherornat. Kaiserkrone, Reichsschwert, Reichsapfel Dalmatika.

Deutsche (1100—1200).

Tafel 14.

  • 1 Weihwassersprengel;
  • 2 Kaiserkrone (vermutlich sarazenisch-sizilianische Arbeit);
  • 3 Schliesse (eines kaiserlichen Mantels);
  • 4 Schuh (eines kaiserlichen Kindes);
  • 5 Mantelspange (Agraffe);
  • 6 Schwert (gen. »Schwert des h. Mauritius« Das Reichsschwert oder auch Mauritiusschwert);
  • 7 Reichsapfel;
  • 8 Schwert (fälschlich als Schwert Karl’s d. Gr. bezeichnet);
  • 9 Kaiser in Tunicella;
  • 10 Kaiser in Alba und Stola;
  • 11 Kaiser in Dalmatika (byzantinische Arbeit).
Reichskleinodien, Herrschaftsinsignien, Kaiser, Könige, Heiliges Römisches Reich,
Reichskleinodien. Herrschaftsinsignien der Kaiser und Könige des Heiligen Römischen Reiches.

Das Reichsschwert ist einer der vier wichtigsten Teile der Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reiches. Bei einer Krönung wurde es zusammen mit der Reichskrone, dem Reichszepter und dem Reichsapfel an den Kaiser übergeben. Das Kaiserschwert wurde im zwölften Jahrhundert für Kaiser Otto IV. angefertigt, möglicherweise für seine Krönung zum König der Römer im Jahr 1198. Sein Vorgänger, das Schwert Ottos III., ist in der Schatzkammer der Abtei Essen erhalten.

Das kaiserliche Schwert hat eine Gesamtlänge von 110 cm, wobei die Länge der Klinge 95,3 cm beträgt.

Die erste bekannte explizite Erwähnung des Schwertes stammt aus dem Jahr 1315, in einem Brief einer Hofdame von Elisabeth von Aragon, der Gemahlin Friedrichs III. Es kann auch in einem Inventar von 1246 erwähnt worden sein, in dem lediglich zwey swert mit zweyn scheiden, gezieret mit edelem gesteyne (zwei Schwerter, mit zwei mit Edelsteinen verzierten Scheiden) erwähnt wird. Die ersten bildlichen Darstellungen des Schwertes stammen aus dem fünfzehnten Jahrhundert, die ersten detaillierten Darstellungen jedoch erst aus dem siebzehnten Jahrhundert.

Quelle: Trachten, Haus, Feld- und Kriegsgerätschaften der Völker alter und neuer Zeit von Friedrich Hottenroth. Stuttgart Verlag von Gustav Weise 1884.

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