Reiterei in der Zeit des Barock. Deutsches Militär.

Reiterei, Barock, Kostümgeschichte, Arkebusiere, Karabiniere, Dragoner, Kürassiere, Lanzenreiter
Schwere und leichte Reiterei Anfang des 17. Jh. in Deutschland.

DEUTSCHLAND – REITEREI ANFANG DES 17. JAHRHUNDERTS.

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Die Reiterei teilt sich in schwere und leichte. Zur letzteren gehören die berittenen Arkebusiere und Karabiniere, sowie die Dragoner, die beritten gemachte Fußsoldaten sind. Schwere Reiterei sind die Kürassiere mit Schwert oder Degen, kürzerem Handfeuerrohr („Karabiner“) und ein oder zwei Sattelpistolen, sowie die Lanzenreiter mit 15 Fuß langer Lanze, Schwert und Sattelpistolen.

Die Schutzwaffen der schweren Reiterei sind im allgemeinen Helm (Sturmhaube, Morian), Halsberge (Ringkragen), Kürass (Brustharnisch, von französisch cuirasse), Armzeug, Hüft- und Schenkelschutz. Doch steht die Uniformierung durchaus nicht im modernen Sinne einheitlich fest, denn nicht alles beschafft sich der betreffende Söldner, mancher Verlust wird nicht ersetzt, manches Beutestück kommt hinzu.

Fig. 1. Kürassier. Mit Visierhelm, geradem Degen mit Eselshuf, (geschwärzter) Eisenrüstung und hohen Stiefeln. Zwei Sattelpistolen.

Fig. 2. Leichter Reiter, Arkebusier. Mit der schweren Arkebuse am Bandelier (davon „Bandelierreiter“), Degen, Sturmhaube mit Wangenklappen. Dem Panzer, den die Arkebusiere schon damals mit einem Lederkoller vertauscht hatten, folgen nun sehr bald die Sturmhauben nach, da sie gegen die Kugeln nicht viel mehr nützen als ein Hut und die Arkebusiere nicht eigentlich zu Reitergefechten gebraucht werden. Doch haben sie den Hut später als die Karabiniere angenommen.

Fig. 3. Lanzenreiter. Lanze mit Riemen zum weiteren Halt am Handgelenk; Kürass. Keine sichtbare Sattelpistole und statt Eisenhaube ein schöner Federhut.

Fig. 4. Lanzenreiter. Lanze, Degen, Kürass mit Hüftkrebs, Eisenhaube mit Wangenschutz.

Nach zeitgenössischen Abbildungen in militärischen Handbüchern.

Quelle: Geschichte des Kostüms von Adolf Rosenberg. Text von Prof. Dr. Eduard Heyck. Erschienen bei Ernst Wasmuth, Berlin 1905.

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