Militärische Ritterorden im 17. & 18. Jahrhundert.

Militärische Ritterorden, Frankreich, Barock, Malteserorden, Sternenorden, Galatracht
Militärische Ritterorden des 17. und 18. Jh.

EUROPA XVII. UND XVIII. JAHRHUNDERT.

DAS TRAGEN DER MILITÄRISCHEN RITTERORDEN IM BÜRGERLICHEN LEBEN.

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Nr. 7. Ritter des königlichen Militärordens des heiligen Ludwig; Tracht aus der Zeit der Gründung des Ordens (1693).
Nr. 10. Commandeur desselben Ordens und aus derselben Zeit in Galatracht.
Nr. 2. Ritter desselben Ordens; Tracht aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts.
Die Nr. 5 und 11 stellen ebenfalls zwei Ritter dieses Ordens dar; den einen in Vormittagstracht zu Paris 1784, den anderen in Galatracht 1787.
Nr. 4. Ritter des Ordens der beiden Schwerter; wie der vorige eine französische Einrichtung. Tracht aus der Zeit Ludwig XVI.
Nr. 8. Französischer Ritter vom Malteserorden; Tracht von 1678.
Nr. 12. Ritter vom Malteserorden, Page Ludwig XIV. Tracht von 1678.
Nr. 6. Ritter vom Hospital von Aubrac (französische Stiftung); Tracht aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts.
Nr. 1. Ritter vom Sternenorden in Frankreich; Tracht aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Nr. 9. Ritterin vom Beilorden (spanische Stiftung); Tracht aus dem Anfang des 17. oder Ende des 16. Jahrhunderts.

In den Zeiten, aus denen die Trachten der zugehörigen Tafel stammen, hatten die Ritterorden nichts mehr mit den alten Orden der Tempel-, Malteser- und Deutsch-Ordensritter zu tun, die zugleich einen religiösen und einen militärischen Charakter ‚hatten. Die Fürsten disponierten über diese Orden als über ein Mittel, mit welchem sie dem Staate geleistete Dienste belohnen wollten, ohne einen zu grossen Aufwand zu machen. Die Kreuzesform, welche oft den Insignien dieser Art militärischer Orden gegeben wird, hat ihren Ursprung aus der Zeit der Kreuzzüge. Das Vorrecht, ein Kreuz oder kleine Kreuzchen auf das Feld ihres Wappens zu setzen, wurde anfangs nur denjenigen eingeräumt, welche im Dienste Jesu Christi oder zur Ehre des christlichen Namens eine glänzende Tat ausgeführt hatten. Dann setzten alle diejenigen, welche an einem Kreuzzuge nach dem heiligen Lande Teil genommen hatten, das Kreuz auf ihren Schild, und so wurde dasselbe ein militärisches Abzeichen. Die Insignien in Sternform, wie die des Hosenband- und des Bathordens, scheinen abenfalls religiöse Bedeutung zu haben, da auf Münzen der Stern ein Symbol der Ewigkeit ist.

Der einfache Ritterorden wurde an einer Schleife oder einem Bande von bestimmter Farbe getragen. Zu gewöhnlicher Tracht wurde auch das Band allein angelegt, welches von einem Knopfloch zum andern ging (Nr. 5). Überwiegend war die Sitte, den vollständigen Orden an der linken Seite in der Höhe von Nr. 11 zu tragen. Aber die ältesten Abbildungen von Rittern des Malteserordens und des Ordens des hl. Ludwig (Nr. 2, 8, 10 und 12) beweisen doch, dass man den Orden früher viel tiefer trug und denselben bald an dem Ober-, bald an dem Unterkleid befestigte, immer aber in der Mitte des Körpers.

In Folge eines in das Mittelalter hinaufreichenden Gebrauches wurden die Abzeichen gewisser militärischer Orden auf das Kleid gestickt, wie man es früher mit den Wappen auf den Wappenröcken getan hatte. Unsere Nr. 1, 6 und 9 sind solche Beispiele. Nr. 1 ist ein Ritter des Sternenordens, der im Jahre 1350 vom König Johann gestiftet wurde. Der Orden der Ritter vom Hospital von Aubrac wurde 1693 aufgehoben.

Der spanische Beilorden für Frauen wurde im Jahre 1249 von Raymund Baranger IV., Grafen von Barcelona, gestiftet, weil die Frauen einer militärischen Ritterverbindung einen Sieg über die Mauren davongetragen hatten. Sonst ist der Orden wenig bekannt. Man weiss nur, dass die Ritterinnen in der Kriegstracht der Männer ihrer Zeit kämpften. Im bürgerlichen Leben trugen sie ein Kleid, auf welchem ein Beil in carmoisinroter Farbe eingestickt war.

Die Malteserritter trugen auf dem Mantel oder auf dem Überrock ein achtspitziges weisses Kreuz. Im bürgerlichen Leben wurde das Kreuz an einem weissen Bande getragen. Der Malteserritter, gewöhnlich der jüngste Sohn einer Familie, war zur Ehelosigkeit verpflichtet, konnte jedoch in Rom von seinem Gelübde entbunden werden, wenn sich sein Stand oder seine materielle Situation verändert hatte. Der Orden des hl. Ludwig, ein Orden für militärische Verdienste, stand in keinem Zusammenhang mehr mit den Ritterorden des Mittelalters. Der Orden der beiden Schwerter ist niederen Ranges und wurde besonders Veteranen verliehen.

(Aus der Sammlung von de Bar und aus den Werken von P. Hélyot und Schoonebeek über die Trachten der geistlichen und militärischen Orden)

Quelle: Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung von Auguste Racinet. Bearbeitet von Adolf Rosenberg. Berlin 1888.

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