Trachten der mittleren Stände in Frankreich zur Zeit des Rokoko. 18. Jh.

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Frankreich 18. Jahrhundert. Trachten der mittleren Stände. Bürgerfrauen und ihre Kinder.

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4, 3,

TRACHTEN DER MITTLEREN STÄNDE. BÜRGERFRAUEN UND IHRE KINDER. (1739-1749.)

FRANKREICH. XVIII. JAHRHUNDERT

Chardin, der Maler der Bourgeoise, hat das seit Abraham Bosse vernachlässigte bürgerliche Familienstück zu neuem Leben erweckt. Nr. 1, 2 und 3 sind seinen Gemälden entlehnte Fragmente.

Nr. 1. Morgentoilette.
Die Mutter, mit der schwarzen Kappe und dem aufgeschürzten Rock bekleidet, ordnet auf dem Kopf der Kleinen ein Fanchon. Sie schicken sich, wie das auf dem Stuhl liegende Gebetbuch und die noch brennende Kerze andeuten, zum Gange in die Frühmesse an.

Nr. 2. Die gute Erziehung.
Die Mutter, im Negligeehäubchen und Brusttuch – Mieder und Vorderteil der gestreiften Robe sind durch die Latzschürze verdeckt – lässt die Tochter das Evangelium hersagen. Die Letztere ist mit einem Schlepprock mit gestreiftem Mieder bekleidet.

Nr. 3. Die Erzieherin.
Mit einem Negligee-Häubchen, Brusttuch, über einem Unterrock geschürzter Robe und grosser weisser Schürze bekleidet, bürstet sie den Dreispitz des sich zum Schulgang anschickenden Knaben Dieser trägt einen Schoss rock mit breiten Aufschlägen; sein Haarbeutel ist durch eine Schleife
zusammengeholten.

Nr. 4. Der Liebesbrief.
Die Dame in der Watteau-Robe mit kurzen Ärmeln mit Musselinbesatz, Schnürmieder und Unterrock mit Falbeln empfängt, nachlässig auf dem Sofa sitzend, von einem Boten einen Liebesbrief. Die Möbel des eleganten Boudoirs sind im Rocaille-Geschmack gehalten.

Nr. 1, 2 und 3 sind den Stichen von Lépicié und Lebas nach den Gemälden Chardin’s entlehnt.
Nr. 4 ist bezeichnet: Aubert pinxit und Duflos sculpsit.

Vgl. Charles Blanc, La Vie des peintres und de Goncourt, l’Art au dix-huitième siècle .

Quelle: Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung von Auguste Racinet. Herausgegeben von Adolf Rosenberg. Berlin 1888.

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