Schweizer Volkstrachten aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Trachtenmode, Schweizer Volkstrachten, Luzern, Freiburg, Zug, Bern, Schwyz, Schaffhausen, Wallis
Schweizer Volkstrachten Anfang des 19. Jahrhunderts

SCHWEIZ VOLKSTRACHTEN.

LUZERN, FREIBURG, ZUG, BERN, SCHWYZ, SCHAFFHAUSEN UND WALLIS. ERSTE HÄLFTE DES XIX. JAHRHUNDERTS.

Nr. 1. – Frau aus Luzern. Grosser Strohhut. Hemd, am Halse geschlossen, mit kurzen Ärmeln. Gesticktes Mieder. Heller faltiger, bis an die Knie gebender Rock. Weisse Strümpfe, ausgeschnittene Schuhe mit roter Rosette.
Nr. 2. 7 u. 9. – Frauen aus Freiburg.
Nr. 2 gehört dem französischen Teil des Kantons Freiburg an. Sie trägt falsches Haar. Darüber einen breiten Strohhut mit schwarzen Spitzen verziert. Langer Rock. Auf der Rückseite des Mieders die Tragbänder der Milchverkäuferin.
Nr. 7 u. 9 gehören dem deutschen Teil des Kantons Freiburg an. Blaue Halskrause. An einem Halsbande ein silbernes Agnus Dei. Geschnürtes Mieder, schwarzseidene Schürze, roter Rock und Gürtel mit herabfallenden. gestickten und gefranzten Enden.
Nr. 3 u. 4. – Bauer und Bäuerin aus Zug im Sonntagsstaat. Charakteristisch ist für diese Bergbewohner die Masse von Schleifen, mit denen sie Hut, Halstuch und Weste schmücken. Besonders der Hut ist bei Personen beider Geschlechter mit Bändern und Blumen bedeckt.
Nr. 5 u. 11. – Frauen des Kanton Bern.
Nr. 5. Schmales Häubchen aus schwarzem Satin auf dem nach dem Scheitel zu aufgenommenen Haar, das die jungen Mädchen in Flechten geteilt frei herabhängend tragen. Halbärmel. Auf dem Hemd sind über den Brüsten rechts und links Vor- und Zuname der Frau eingestickt. Um den Hals schlingt sich eine rote, schräg geränderte Kravatte. Langer Rock, Schürze, unter dem Knie befestigte Strümpfe.
Nr. 11 stellt eine Talbewohnerin dar, eine Milchverkäuferin aus Oberhassli. Sie trägt einen kleinen Hut aus schwarzem Samt. Die Brust ist mit einem Latz aus kariertem Stoff bedeckt. Eine grosse Schürze schützt den langen Rock aus hellem Stoff.
Nr. 6. – Bewohner des Kanton Schwyz. Jacke mit schmalen Litzen, offene Weste, die das durch einen Ledergürtel znsammengehaltene Hemd sehen lässt, Kniehose, weisse Strümpfe, die unter dem Knie gebunden sind. Escarpins mit roten Schleifen.
Nr. 8. – Junges Mädchen aus Schaffhausen. Der Kopfschmuck besteht in einem sehr kleinen zylinderförmigen Deckelchen aus schwarzem Samt, das durch zwei schmale Bändchen auf der Höhe des Scheitels festgehalten wird. Mit verschiedenfarbigen Bäudern zusammengeflochtene Zöpfe, von deren Enden zwei blaue Schleifen herabhängen. Hemd mit kurzen Ärmeln, gesticktes und geschnürtes Mieder. Kurzer Rock und weisse, vom durch rote Bänder gehaltene Schürze.
Nr. 10. – Junges Mädchen aus Wallis. Kleiner Strohhut mit eingeschlagenem Rande, mit Spitzen verziert, manchmal mit Goldstoff. Brusttuch über einem fein gestickten Überhemd, Mieder mit kurzen spitzenbesetzten Ärmeln und Brustlatz, Kurzer Rock und seidene Schürze.

Nr. 1, 2, 3. 4. 5 u. 6 aus der Sammlung schweizerischer und deutscher Kostüme, Paris bei Martinet, rue du Coq.
Nr. 7, 8, 9, 10 u. 11 aus den Kostümen der Hamburger, Holländer und Schweizer Frauen; gezeichnet von Lanté und gestochen von Gatine. Paris, 1827.
Vgl. zum Text: Reclus, la Suisse (Géographie universelle, tome III, Europe centrale), Paris, 1878.

Quelle: Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung von Auguste Racinet. Bearbeitet von Adolf Rosenberg. Berlin 1888.

illustration, alpenveilchen

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