Mosaikverzierungen der Umm al-Sultan Shaaban Moschee zu Kairo.

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Mosque and Madrassa of Umm Sultan Sha’aban

Umm al-Sultan Shaaban Moschee (erbaut 1368–69). Adresse: Shari‘ Bab al-Wazir, Cairo, al-Qahirah (Al-Azhar Park). (Bildquelle)

Scheitrechte Bogen kommen im arabischen Baustil bei Türen und Fenstern sehr häufig vor. Die einzelnen Fugenschnitte sind gewöhnlich in einander verzahnt und verkämmt, und die Steine haben abwechselnd verschiedene Farben, so daß dadurch eine eigentümliche und sehr künstliche Verzierung entsteht. Diese beschwerliche und überdies zwecklose Konstruktion ist übrigens nicht immer in Wirklichkeit ausgeführt, sondern oft nur in der äusseren Marmorbekleidung angedeutet, sie ist aber die Veranlassung gewesen, bei allen horizontal überdeckten Öffnungen, ein derartiges Eingreifen verschiedenfarbiger Flächen in Anwendung zu bringen, bei welchem dann endlich die Hauptrichtung der Fugen nur senkrecht, statt nach einem Mittelpunkt zusammenlaufend, gezogen ist.

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Mosaikverzierungen über den Türen der Umm al-Sultan Shaaban Moschee zu Kairo.

Vielfach sind dann die einzelnen Stücke so gegen einander ausgeschnitten, daß sie alle gleiche Form und Stärke erhalten, und daß dann jedesmal die gleichgefärbten auch die gleiche Richtung, aufrecht stehend oder herabhängend haben. Drei Beispiele dieser Art sind auf dem gegenwärtigen Blatt wiedergegeben; das obere und untere entsprechen vollständig dem Gesagten, bei dem mittleren sind zwar noch die Formen auf die erwähnte Weise gegeneinander gestellt, doch ergänzen sich die Farben nicht mehr. Die Moschee Omu (Umu) Sultan Schaban ist von der Mutter dieses Sultans oder ihr zu Ehren erbaut worden, und es kann angenommen werden, daß sie in der Regierungszeit dieses Sultans zwischen den Jahren 1362 und 1376 errichtet worden ist.

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Eingangsportal der Madrassa von Umm al Sultan Sha’ban.

Al-Ashraf Zayn ad-Din Abu al-Ma’ali Sha’ban ibn Husayn ibn Muhammad ibn Qalawun, besser bekannt als al-Ashraf Sha’ban oder Sha’ban II, Enkel von Sultan an-Nasir Muhammad (reg. 1310-1341), war von 1363 bis 1377 ein mamlukischer Sultan der Bahri-Dynastie. Von seinen insgesamt acht Söhnen folgten ihm al-Mansur Ali und as-Salih Hajji auf den ägyptischen Thron.

Quelle: Arabische und Alt-Italienische Bau-Verzierungen von Friedrich Maximilian Hessemer. Berlin G. Reimer 1842. Gesammelt, gezeichnet und mit erläuterndem Texte begleitet von F. M. Hessemer, Professor der Baukunst am Städelschen Kunst-Institute zu Frankfurt am Main.

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