Ägypten Sinai. Arabische Korallen. Charakteristische Korallenformen.

Arabische Korallen von Ernst Haeckel.

Auszug:

Kalkgerüste toter arabischer Korallen von Tur.

Kalkgerüste, Korallen, Sinai, Ägypten, Rotes Meer,
Kalkgerüste toter arabischer Korallen von Tur.

Diese Tafel stellt die toten weissen Skelette oder Kalkgerüste von neun verschiedenen Stein-Korallen von Tur dar, nachdem die überkleidenden fleischigen Weichteile des Körpers durch Fäulniß entfernt sind. Fig. 1 und 2 sind einzeln lebende Korallen; Fig. 3—9 sind Stöcke, die aus zahlreichen, gesellig lebenden Korallen zusammengesetzt sind. Alle Korallen sind nach der Natur gezeichnet und mehr oder minder verkleinert. Alle neun Arten gehören zur Legion der sechszähligen Korallen oder Hexakorallen.

Fig. 1. Pilz-Koralle. Fungia scutaria, Lamarck. (Familie der Fungiden).
Fig. 2. Nelken-Koralle. Trachyphyllia Geoffroyi, Milne-Edwards. (Familie der Astraeiden, Unterfamilie der Lithophylliden).
Fig. 3. Sonnen-Koralle. Heliastraea Forskaliana, Milne-Edwards. (Familie der Astraeiden, Unterfamilie der Heliastraeiden).
Fig. 4. Labyrinth-Koralle. Coeloria labyrinthiformis, Milne-Edwards. (Familie der Astraeiden, Unterfamilie der Maeandriden).
Fig. 5. Igel-Koralle. Echinopora gemmacea, Milne-Edwards. (Familie der Astraeiden, Unterfamilie der Echinoporiden).
Fig. 6. Strauss-Koralle. Heteropora Hemprichii, Ehrenberg. (Familie der Madreporiden).
Fig. 7. Busch-Koralle. Madrepora laxa, Lamarck. (Familie der Madreporiden).
Fig. 8. Tuff-Koralle. Pocillopora favosa, Ehrenberg. (Familie der Favositiden).
Fig. 9. Geweih-Koralle. Seriatopora subulata, Lamarck. (Familie der Seriatoporiden).

Arabisches Zeltlager bei Tur am Sinai.

Sinai, Beduinen, Zeltlager, Ägypten, Nomaden, Haeckel,
Arabisches Zeltlager bei Tur am Sinai.

Diese Tafel habe ich nach einer Farbenskizze ausgeführt, welche ich bei einem Spaziergang in der Umgebung von Tur *) am Nachmittag des 26. März aufnahm. Links im Vordergrunde ist ein Haufen von mächtigen meistens runden Korallenblöcken sichtbar, die zum Bau eines Hauses verwendet werden sollen; sie sind erst kürzlich aus dem Meere heraufgeholt, noch nicht behauen, und lassen uns in der zierlichen sternförmigen Zeichnung ihrer Oberfläche erkennen, dass sie verschiedenen Arten der umfangreichen Familie der riffbildenden Sternkorallen (Astraeiden) angehören.

Verschiedene Unterfamilien dieser grossen Familie sind darunter vertreten, namentlich Sonnenkorallen (Heliastraeiden), Wabenkorallen (Faviaden) und Labyrinthkorallen (Maeandrinen). Aber auch Porenkorallen (Poritiden) und Orgelkorallen (Tubiporen) liegen dazwischen. Der verfallene Turm links im Vordergrund und das weiter hinten stehende Haus sind, wie alle anderen Häuser des Dörfchens Tur, allein aus solchen Korallenblöcken gebaut, die sich bequem in beliebige Formen hauen lassen. Die grosse, gabelig verzweigte Palme, die sich rechts neben dem Türmchen erhebt, ist die schöne Doum-Palme Oberägyptens (Hyphaene thebaica), die wir bei Tur in mehreren prächtigen Exemplaren zum ersten Male sahen. Die übrigen Palmen, im Mittel des Bildes, rechts und links, sind sämtlich die gewöhnlichen Dattelpalmen (Phoenix dactylifera); sie bilden hier in Tur, wie überall in Arabien, die wichtigste Kulturpflanze. Vegetation fanden wir sonst in der Umgebung von Tur nur sehr wenig vor. Das Bemerkenswerteste war eine schöne Aloe mit langen roten Blütentrauben (links ganz im Vordergrunde).

Die Wüste, die sich unmittelbar vom Dorfe Tur bis an den Fuss des mächtigen (im Hintergrunde aufsteigenden) Sinai-Gebirges erstreckt, ist fast ohne alle Vegetation.

*) El Tor, romanisiert auch als Al-Tur, Tur Sinai und At-Tur bekannt, ehemals Raithu, ist eine kleine Stadt und die Hauptstadt des Südsinai-Gouvernorats von Ägypten. Der Name der Stadt stammt von der arabischen Bezeichnung für den Berg, auf dem der Prophet Moses die Gesetzestafeln von Gott erhielt; dieser Berg wird Jabal Al Tor genannt.
El-Tur selbst scheint im 13. Jahrhundert in der Nähe der Stätte des antiken Raythou (mittelalterliches Raya) gegründet worden zu sein. Der El-Tor-Stamm der Cholera wurde dort 1905 entdeckt. Es war ein Quarantänelager für muslimische Pilger, die von der Hadsch (der islamischen Pilgerfahrt nach Mekka) zurückkehrten.

Tur und der Sinai bei Sonnenuntergang.

Dschebel Musa, Djebel Serbai, Ägypten, Al-Tur, Tur, Sinai, At-Tur, Haeckel, Erich,
Tur und der Sinai bei Sonnenuntergang.

Diese Tafel habe ich nach einer Farbenskizze ausgeführt, die ich an Bord der Dampfkorvette „Khartoum“ bei unserer Abreise von Tur entwarf. Leider erlaubte mir die Geschwindigkeit, mit der wir uns vom Ufer entfernten, nicht, die Formen der öden arabischen Küstenlandschaft und des grossartigen sich darüber erhebenden Sinai-Gebirges ganz genau aufzunehmen. Doch habe ich mich bemüht, den Charakter der wilden Gebirgsformen und die wundervolle Purpurfarbe, mit welcher sie die sinkende Sonne übergoss, so wiederzugeben, wie sie sich mir tief einprägten.

Die höhere Gebirgsgruppe rechts wurde uns von unseren arabischen Schiffsoffizieren als der eigentliche Sinai oder der Mosesberg (Dschebel Musa, die zweithöchsten Erhebung der Sinaihalbinsel), die steilere und entferntere Gebirgsgruppe links als der Serbalberg (Djebel Serbai) bezeichnet. Im Vordergrund ist das ganze Dorf Tur (El Tor) sichtbar.

Arabische Korallenbank bei Tur am Sinai.

Sinai, Rotes Meer, Korallenriff, Tauchgebiet, Korallenbank , Korallen, Unterwasser, Landschaft,
Arabische Korallenbank bei Tur am Sinai.

Diese Tafel soll ein ungefähres Bild von der Farbenpracht und dem bunten Tierleben einer arabischen Korallenbank, nahe bei Tur, geben. Die Ansicht der engen Schlucht, die zwischen zwei niederen Bänken eines Korallenriffes in das offene Meer hinausführt, ist so dargestellt, dass der Beschauer der Küste den Rücken zukehrt und rechts vor der Mitte des Bildes in das dunkelblaue Meer hinaussieht. Ich habe mich bei dieser Skizze vorzugsweise bemüht, den unvergesslichen Eindruck und namentlich den wunderbaren Lichteffekt einigermaßen wiederzugeben, den ich selbst beim Untertauchen und bei der submarinen Wanderung durch eine solche Korallenschlucht in der Nähe von Tur genossen habe.

Freilich ist kein Pinsel und keine Farbe im Stande, den unvergleichlich blauen und grünen Schimmer des kristallklaren Wassers und die entzückende Farbenpracht der bunten Korallengruppen und der mannigfaltigen, auf ihnen lebenden Seetiere naturgetreu darzustellen. Aber ich hoffe durch meine unvollkommene Skizze doch wenigstens eine ungefähre Vorstellung von der ganz eigenartigen Pracht dieser untermeerischen Zauberpaläste zu erwecken. Zugleich habe ich auf der hier dargestellten Bank eine grössere Anzahl von den hauptsächlich für das rote Meer charakteristischen Korallenformen (die zum Teil in verschiedenen Tiefen leben) vereinigt. Die hauptsächlichsten Korallenformen sind mit arabischen Ziffern, die übrigen Tiere mit römischen Ziffern bezeichnet. Zoologische Genauigkeit beansprucht diese Skizze nicht.

Ganz unten im Vordergrund, sowohl rechts als links unten, ist der Boden mit einer blauen, zarten, zierliche Büsche bildenden Dolden-Koralle (Xenia, Fig. 1) und einer gelben, in niederen Rasen wachsenden Mooskoralle (Anthelia, Fig. 2) bedeckt. Darüber erhebt sich links unten eine kolossale, stark aufgeblähte, scharlachrote Seeanemone oder Aktinie, mit einem dichten Kranz von einfachen goldgelben Tentakeln (Anemonia, Fig. 12) und unmittelbar über dieser eine mächtige Gruppe von karmesinroten Orgel-Korallen (Tubipora, Fig. 14); rechts zwischen beiden letztern eine violette, fast kugelige, mit dicht gedrängten Kelchen regelmässig gefügte Wabenkoralle (Favia, Fig. 13). Vor dieser ragt eine zarte, gallertige, blaugrün gefärbte Pappelkoralle empor (Ammothea, Fig. 4), ein Busch von ungefähr acht schlanken, pyramidalen, unten zusammenhängenden Stöckchen, vergleichbar einer zwerghaften Gruppe von Pappeln oder Zypressen.

Links darunter liegt ein grosser, ebenfalls gallertig weicher Alcyonarien-Stock von grünlich-blauer Farbe, der wie ein flacher, in mehrere abgerundete Lappen gespaltener Hutpilz aussieht; das ist die eigentümliche Fleischpilz-Koralle (Sarcopliylum, Fig. 11). Man könnte sie für eine grosse Actinie, eine riesige Einzelperson halten; in Wahrheit ist es aber ein fleischiger Korallen-Stock, der viele tausend sehr kleine (wie helle Punkte vortretende) Personen umschliesst. Rechts neben dem Sarcophytum und der Ammothea strebt auf einem zierlichen Fusse ein sehr eleganter, bräunlich-gelber Stock einer Strausskoralle empor (Heteropora, Fig. 10); er hat beinahe die Form eines runden Tisches. Rechts am Fusse desselben liegt der rote Stock einer Poren-Koralle (Porites, Fig. 9); seine dicht gedrängten Äste sind regelmässig gabelig gespalten; ein anderer Stock derselben Art ist weiter links (unmittelbar über der Fleischpilz-Koralle, 11) teilweise sichtbar.

Weiter rechts, unmittelbar neben der kreisrunden Tischplatte der Strausskoralle (10) schimmert im Hintergrund undeutlich eine violette Sonnenkoralle durch (Astraca, Fig. 8) und rechts daneben eine Labyrinthkoralle (Coeloria elegans, Fig. 7). Mehr links, unmittelbar über der Strauss-Koralle (10) und der Waben-Koralle (13) streben die buschigen Sträucher einer anderen gelbbraunen Buschkoralle empor (Madrepora, II, Fig. 15) und dahinter schimmern die umfangreichen himmelblauen Massen einer mächtigen zerklüfteten Porenkoralle durch (Pontes, Fig. 17). Oberhalb dieser, ganz oben im Hintergrunde, sind noch die violetten, zerrissenen Kämme einer violetten Hügelkoralle sichtbar (Monticularia, Fig.18). Ganz am linken Rand des Bildes, in der Mitte, unmittelbar über der roten Orgelkoralle (14) erheben sich mehrfach übereinander, wie die Blätter eines Fächers, die dünnen Platten der hell bläulich-grünen Feuerkoralle, mit oberen, vielfach eingeschnittenen Rändern (Millepora, Fig. 16).

Wenden wir uns nun zu der kleinen Korallengruppe auf der rechten Seite des Bildes, so fällt uns zunächst als die grösste unter den hier abgebildeten Korallen eine kolossale halbkugelige, dunkelgelbe Mäanderkoralle auf, mit ihrer vielfach gewundenen Oberfläche (Maecandrina, Fig. 20). Gleich davor steht rechts die grosse, fast kugelige Blase einer purpurroten, sehr dicht verzweigten Griffelkoralle (Stylopliora, Fig. 21); und vor dieser wieder eine braune, locker verzweigte Art Buschkoralle mit derben, fingerförmigen Ästen (Madrepora, Fig. 3). Links neben dieser steht ein Stöckchen der blaugrünen Pappelkoralle (Ammothea, Fig. 4). Noch weiter links wachsen die flach ausgebreiteten Schirme einer platten, blassgelben Strausskoralle (Heleropora, Fig. 6) in mehreren Stockwerken übereinander. Unter diesen liegt eine der grössten solitären Korallen-Personen, eine riesige rotbraune Pilzkoralle (Fungia, Fig. 5). Rechts daneben sitzen zwei blaue Büsche der zierlichen Doldenkoralle (Xenia, Fig. 1) und darunter die gelben Rasen der Mooskoralle (Anthelia, Fig. 2). In der Mitte der rechten Seite, oben über der grossen gelben Mäanderkoralle (20), streben die Erica-ähnlichen Büsche einer unregelmässig verästelten und gezackten Strausskoralle von prächtig veilchenblauer Farbe empor (Heteropora, Fig. 19).

Wenden wir uns nun zu der kleinen Korallen-Gruppe auf der rechten Seite des Bildes, so fällt uns zunächst als die grösste unter den hier abgebildeten Korallen eine kolossale halbkugelige, dunkelgelbe Mäander- Koralle auf, mit ihrer vielfach gewundenen Oberfläche (Macandrina, Fig. 20). Gleich davor steht rechts die grosse, fast kugelige Blasse einer purpurroten, sehr dicht verzweigten Griffel-Koralle (Stylopliora, Fig. 21); und vor dieser wieder eine braune, locker verzweigte Art Busch-Koralle mit derben, fingerförmigen Aesten (Madrepora, Fig. 3). Links neben dieser steht ein Stöckchen der blaugrünen Pappel-Koralle (Ammothca, Fig. 4). Noch weiter links wachsen die flach ausgebreiteten Schirme einer platten, blassgelben Strauss-Koralle (Heleropora, Fig. fi) in mehreren Stock- werken übereinander. Unter diesen liegt eine der grössten solitären Korallen-Personen, eine riesige rotbraune Pilz-Koralle (Fungia, Fig. 5). Rechts daneben sitzen zwei blaue Büsche der zierlichen Dolden-Koralle (Xenia, Fig. 1) und darunter die gelben Rasen der Moos-Koralle (Anthelia, Fig. 2). In der Mitte der rechten Seite, oben über der grossen gelben Mäander-Koralle (20), streben die Erica-ähnlichen Büsche einer unregelmässig verästelten und gezackten Strauss-Koralle von prächtig veilchenblauer Farbe empor (Heteropora, Fig. 19).

Von den zahlreichen Tieren verschiedener Klassen, welche auf den Korallen-Bänken von Tur ihr Wesen treiben, ist nur eine kleine Auswahl von charakteristischen Formen auf unserem Bilde dargestellt. Unten in der Mitte der Schlucht, zwischen dem rechten und linken Abfall des Korallenriffes, schwebt über der gelben Sandstrasse zwischen beiden ein gelber, blauschwarz geringelter Heuschreckenkrebs (Squilla, Fig. IV). Links unter demselben liegt eine junge Riesenmuschel (Tridacna, Fig. V); zwischen den gezackten Rändern ihrer beiden halbgeöffneten Schalenklappen schimmert der smaragdgrüne Leib des Weichtieres durch. Gleich links daneben liegt eine bläuliche, braun gebänderte Tritonschnecke (Tritonium, Fig. VII); darüber zwei kleine fünfstrahlige, rote Seesterne (Echinaster, Fig. VI). Ein grösserer, ebenfalls scharlachroter Seestern kriecht weiter links (Oreaster, Fig. II); und zwischen ersterem und letzterem zeigt ein Seeigel (Acrocladia, Fig. VIII) seinen runden, mit dicken kolbenförmigen Stacheln besetzten Körper. Auf der rechten Seite des Bildes kriecht ganz vorn am Boden ein korallenroter Kieferwurm (Eunice, I). Links daneben sitzt wieder ein grosser roter, fünfstrahliger Seestern (Oreaster, II) und gleich daneben links (unter dem Vorderteil der Squilla) stehen zwei zierliche Pinselwürmer (Sahella, Fig. III).

Rechts von der Mitte des Bildes schwimmt eine Schar von einem halben Dutzend Ohrenquallen (Aurelia, Fig. XIII). Der unmittelbar darunter befindliche, einem Silbergürtel ähnliche Fisch ist ein Silberfisch (Trichiurus lepturus, Fig. XIV). Rechts daneben schwimmt ein bunter Bindenfisch (Pristipoma, Fig. XV). Oben, links in der Ecke jagt ein roter Drachenfisch (Scorpaena, Fig. X) einen ganzen Schwärm von kleinen goldgelben Lippfischen (Labrus) auseinander. In der oberen rechten Ecke hingegen zieht langsam der sonderbare bronzeschimmernde Halbmondfisch einher (Platax, Fig. XII). Oben in der Mitte des Bildes schwimmt ein riesiger grauer Menschenhai (Carcharias, Fig. XI).

Der besseren Übersicht wegen stellen wir hier nochmals die Namen der auf Taf. III abgebildeten Tiere der Zahlenreihe nach zusammen (1—21 Korallen, I—XV andere Seetiere):

  1. Doldenkoralle, Xenia.
  2. Mooskoralle, Anthelia.
  3. Buschkoralle, Madrepora.
  4. Pappelkoralle, Ammothea.
  5. Pilzkoralle, Fungia.
  6. Strausskoralle, Heteropora.
  7. Labyrinthkoralle, Coeloria.
  8. Sonnenkoralle, Astraea.
  9. Porenkoralle, Porites.
  10. Strausskoralle, Heteropora.
  11. Fleischpilzkoralle, Sarcophytum.
  12. Anemonenkoralle, Actinia.
  13. Wabenkoralle, Favia.
  14. Orgelkoralle, Tubipora.
  15. Buschkoralle, Madrepora.
  16. Feuerkoralle, Millepora.
  17. Porenkoralle, Porites.
  18. Hügelkoralle, Monticularia.
  19. Strausskoralle, Heteropora.
  20. Maeanderkoralle, Maeandrina.
  21. Griffelkoralle, Stylophora.

I. Kieferwurm, Eunice.
II. Seestern, Oreaster.
III. Pinselwurm, Sabella.
IV. Heuschreckenkrebs, Squilla.
V. Riesenmuschel, Tridacna.
VI. Seestern, Echinaster.
VII. Tritonschnecke, Tritonium.
VIII. Seeigel, Acrocladia.
IX. Lippfisch, Labrus.
X. Drachenfiscb, Scorpaena.
XI. Haifisch, Carcharias.
XII. Halbmondfisch, Platax.
XIII. Ohrenqualle, Aurelia.
XIV. Silberfisch, Trichiurus.
XV. Bindenfisch, Pristipoma.

System der Korallen.

System, Korallen, Ordnung, Familien, Legionen, Gattung,
System der Korallen.

(Vergl. hierzu den nachfolgenden Stammbaum, Tafel VI, Korallen-Klassen und dessen Erklärung.)

Stammbaum Korallen-Klassen

Korallen, Stammbaum, Ordnungen, Klassen,
Stammbaum der Korallen Klassen.

Diese Tafel soll eine annähernde Vorstellung von der historischen Entwicklung der Korallen und dem phylogenetischen Zusammenhang ihrer verschiedenen Ordnungen und Familien geben. Durch die horizontalen Linien sind die verschiedenen Zeitalter und Perioden der organischen Erdgeschichte geschieden, die viele Millionen Jahre umfassen (vergl. die Natürliche Schöpfungsgeschichte, S. 333, 344, oder die Anthropogenie, S. 340, 350).

Durch die vertikalen Linien sind die drei Legionen der Korallen geschieden, deren Familien sämtlich in dem „System“ auf S. 48 aufgeführt sind. Die wellenförmig gebogenen und baumförmig verzweigten Linien deuten die relative Entwicklung der einzelnen Gruppen in den verschiedenen Zeitabschnitten der Erdgeschichte an. Da, wo die paläontologische Schöpfungsurkunde lückenhaft und das Material der Versteinerungen unvollständig ist, trotzdem aber ein phylogenetischer Zusammenhang den scheinbar historisch getrennten Gruppen aus vergleichend-anatomischen und ontogenetischen Gründen angenommen werden muss, ist der hypothetisch angenommene Zusammenhang durch eine punktierte Linie angedeutet. Die römischen Ziffern im Stammbaum bedeuten die 12 Ordnungen, die arabischen Ziffern die 42 Familien, die in dem „System“ aufgeführt sind. Als die gemeinsame Stammgruppe aller Korallen sind die Vierstrahligen (Tetracoralla) zu betrachten, aus denen sich die Sechsstrahligen und die Achtstrahligen als zwei divergierende Zweige entwickelt haben.

Die Tetrakorallen erreichten schon während des paläolithischen Zeitalters (vor vielen Millionen von Jahren) ihre Blüte und sind seit der Kreide-Periode gänzlich ausgestorben. Dagegen haben sich die beiden anderen Legionen, die Sechsstrahligen (Hexacoralla) und die Achtstrahligen (Octocoralla) erst viel später zu ihrer Blüte entwickelt. Ihre meisten Familien treten erst in der Mitte des mesolithischen Zeitalters (oder noch später) auf und haben sich bis zur Gegenwart fortschreitend entwickelt.

Quelle: Arabische Korallen: ein Ausflug nach den Korallenbänken des Rothen Meeres und ein Blick in das Leben der Korallenthiere. Populäre Vorlesung mit wissenschaftlichen Erläuterungen von Ernst Heinrich Philipp August Haeckel. Berlin, Georg Reimer, 1876.

Arabische Korallen, Ernst Haeckel, Korallenriff, Rotes Meer, Sinai,
Arabische Korallen von Ernst Haeckel, 1875.

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