Feldmarschall Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg.

Feldmarschall, Graf, Ernst Rüdiger von Starhemberg, Wien,
Feldmarschall Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg (12. Januar 1638 – 4. Januar 1701).

Feldmarschall Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg.

Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg (12. Januar 1638 – 4. Januar 1701) war ab 1680 Militärstatthalter von Wien, Verteidiger der Stadt in der Schlacht von Wien 1683, der zweiten Wiener Türkenbelagerung, kaiserlicher General während des Großen Türkenkriegs und Präsident des Hofkriegsrats.

Im Jahr 1683 war er militärischer Befehlshaber der Stadt Wien und stellte sich mit weniger als 20.000 Mann den etwa 120.000 belagernden Osmanen entgegen. Am 15. Juli 1683 lehnte Starhemberg ein Angebot des türkischen Feldherrn Kara Mustafa Pascha zur Kapitulation ab, da er mit der raschen Ankunft einer kaiserlichen Armee rechnete, die vom Habsburger Kaiser Leopold I., (1640 – 1705) der aus seiner Residenz in Wien geflohen war, entsandt worden war, und mit der Stärke der Stadtmauern, die nach der ersten osmanischen Belagerung Wiens 1529 befestigt worden waren.

Als nach zwei Monaten die Hilfsarmee unter dem Kommando des polnischen Königs Jan Sobieski in der ersten Septemberhälfte eintraf, stand Wien am Rande der Kapitulation. Seine Mauern waren von türkischen Pionieren durchbrochen worden, die unter den Mauern der Stadt, Tunnel mit Schießpulver vollgepackt und die Sprengladungen gezündet hatten. Am 12. September schließlich griffen 80.000 polnische, venezianische, bayerische und sächsische Truppen die Türken an und konnten sie in der Schlacht auf dem Kahlenberg besiegen.

Ernst Rüdiger von Starhemberg wurde vom Kaiser in Anerkennung der Verdienste um die Rettung der Reichshauptstadt in den Rang eines Feldmarschalls befördert, außerdem wurde er zum Staatsminister ernannt und erhielt das Recht, den Stephansturm in seinem Wappen zu führen.. Nach den sich zurückziehenden osmanischen Truppen wurde Starhemberg 1686 bei der Belagerung von Buda durch einen Schuss in die linke Hand schwer verwundet und musste sein Kommando aufgeben. Im Jahre 1691 wurde er zum Präsidenten des Hofkriegsrats ernannt und war für die Organisation der habsburgischen Armee verantwortlich.

Spätere Generationen haben Starhemberg als Retter der westlichen Welt und Kultur idealisiert. Im Auftrag Kaiser Franz Josephs I. von Österreich wurde ihm zu Ehren 1872 im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien, wo die Schlacht von Wien ausführlich dokumentiert ist, eine Statue aufgestellt, auf der Starhembergs Degen und Rüstungen ausgestellt sind.

Quelle: Feldmarschall Ernst Rüdiger Graf Starhenberg von Graf von Thürheim. Wien: Braumüller 1882.

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