Turnierhelm eines Ritters. Deutscher Stechhelm des 16. Jh.

Stechhelm, Turnierhelm, Rüstung, Harnisch, Ritterturnier, Turnier, Renaissance
Deutscher Stechhelm 1510-1550

Deutscher Stechhelm des 16. Jh. Epoche der Renaissance.

Deutscher Stechhelm aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, im Besitz des Hauptmanns Müller in Bamberg. Der Gleiche war zum Rennen mit Lanzen bestimmt, bei dem teils das Lanzen brechen, teils der Wurf des Gegners vom Pferd beabsichtigt war, oft stürzten auch alle zwei.

Der Stechhelm wurde auf Brust und Rücken angeschraubt und konnte nicht geöffnet werden, er war in der Gegend des Halses soweit das der über den Kopf gestülpt werden konnte, zum Sehen hatte er nur schmale Augenschlitze, durch der Ritter beim Vorneigen den Gegner sah, und bei wenigem Erheben der Vorsprung die Augen schützte. Auf diesen Stechhelm waren mit Schnüren oder Drähten die mitunter kolossalen Helmzierden befestigt.

Es ist dieses Stechen nicht zu verwechseln mit dem, was man Turnier mit Schwert oder Kolben nennt und wozu der Turnierhelm mit weit vorspringenden Spangen, hinter welchen noch das Gesicht sichtbar war, gebraucht wurde. Patrizier und überhaupt nicht Turnierfähige im eigentlichen Sinn konnten nur das Lanzenrennen, Gesellenstechen etc. mitmachen, während Fürsten und turnierfähige Ritter sowohl am Gestech, wie an dem so genannten Turnier teilnahmen.

Wir geben noch ähnliche Stechhelme im Zusammenhang mit dem dazugehörigen Harnischteilen, wie auch Darstellungen von Turnieren, bei welchen sie ihre Anwendung fanden, verweisen aber vor allem auf das umfassende, aufschlussreiche Werk „Frendal, des Kaisers Maximilian I. Turniere und Mummereien„, veröffentlicht von Quirin von Leitner, Wien 1880.

Quelle: Trachten, Kunstwerke und Gerätschaften von frühen Mittelalter bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts, nach gleichzeitigen Originalen von Dr. J. H. von Hefner-Alteneck. Verlag von Heinrich Keller. Frankfurt a. M. 1879-1889.

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