Stephan III. König von Ungarn mit Csákány.

Stephan III, König, Ungarn, Kostüm,
Stephan III. König von Ungarn.

Stephan III. König von Ungarn.

Nro. 73.

Ein glücklicher Zufall spielte dem Verfasser eine alte Kostüm Zeichnung des Königs von Ungarn, Stephan des dritten, in die Hände. Seine gewöhnliche Kopfbedeckung war eine Mütze von roten Samt, mit Leopardenfell bebrämt; vorne mit einem Schmuck ausländischer Federn seltener Art geziert; das Kleid ist von Goldstoff damaliger Zeit, es langt bis auf die Knie herab, und ist vorn mit goldenen Spangen zugeheftet. Über dieses trug er einen roten Mantel ohne Ärmel, mit einer goldenen Schliesse befestigt; violette lange Beinkleider, und kurze Stiefeletten oder Bundschuhe, über denen eine rotsamtene Überlasche mit goldenen Fransen zur grösseren Zierde angebracht wurde. Ein nach alter Art geformter mit Gold verzierter Csákány (Streithacke) diente ihm zur gewöhnlichen Stütze.

Stephan III. (ungarisch: István, kroatisch: Stjepan, slowakisch: Štefan; 1147 – 1172) war König von Ungarn und Kroatien zwischen 1162 und 1172. Er wurde Anfang Juni 1162 zum König gekrönt, kurz nach dem Tod seines Vaters, Géza II. Seine beiden Onkel, Ladislaus und Stephan, die sich dem Hof des byzantinischen Reiches angeschlossen hatten, stellten jedoch sein Recht auf die Krone in Frage.

Nur sechs Wochen nach seiner Krönung startete der byzantinische Kaiser Manuel I. Komnenos einen Feldzug gegen Ungarn und zwang die ungarischen Fürsten, Ladislaus‘ Herrschaft zu akzeptieren. Stephan suchte Zuflucht in Österreich, kehrte aber zurück und eroberte Pressburg (heute Bratislava in der Slowakei). Ladislaus, der am 14. Januar 1163 starb, wurde ohne Widerstand von Stephans jüngerem Onkel und Namensvetter Stephan IV. abgelöst, aber seine Herrschaft war unpopulär. Der junge Stephan besiegte seinen Onkel am 19. Juni 1163 und vertrieb ihn aus Ungarn.

Stephan IV. versuchte, seinen Thron mit der Unterstützung von Kaiser Manuel I. zurückzuerobern, doch dieser schloss Frieden mit Stephan III. Er stimmte zu, seinen jüngeren Bruder Béla nach Konstantinopel zu schicken und den Byzantinern zu erlauben, das Herzogtum von Béla, das Kroatien, Dalmatien und Sirmium umfasste, zu übernehmen. In dem Versuch, diese Gebiete zurückzuerobern, führte Stephan III. zwischen 1164 und 1167 Kriege gegen das Byzantinische Reich, konnte die Byzantiner aber nicht besiegen.

Die Historiker schreiben ihm die Schaffung der „Székesfehérvárer Gesetze“ zu, das erste Beispiel für umfangreiche Privilegien, die einer Stadt im Königreich Ungarn gewährt wurden. Im Jahre 1169 schloss er ein Konkordat mit dem Heiligen Stuhl ab, in dem er auf die Kontrolle der Ernennung der Priester verzichtete. Er starb kinderlos.

Die Tempelritter ließen sich während Stephans Herrschaft in Ungarn nieder. Laut den Historikern Ferenc Makk und Pál Engel gewährte Stephan III. den wallonischen Siedlern von Székesfehérvár besondere Privilegien, darunter ihre Befreiung von Zöllen im gesamten Königreich. Im 13. Jahrhundert wurden dieselben Privilegien, die sogenannten „Székesfehérvárer Gesetze“, auch weiteren Städten gewährt, was zu deren Entwicklung beitrug. Stephan starb am 4. März 1172. Arnold von Lübeck, der sich zu dieser Zeit in Ungarn aufhielt, schrieb, dass ein im Lande verbreitetes Gerücht den unerwarteten Tod des 25-jährigen Monarchen auf eine Vergiftung zurückführte. Stephan wurde in Esztergom begraben.

Esztergom war die Hauptstadt Ungarns vom 10. bis Mitte des 13. Jahrhunderts, bis König Béla IV. von Ungarn den Königssitz nach Buda verlegte.

Quelle: Pannoniens Bewohner in ihren volksthümlichen Trachten auf 78 gemälden dargestellt: nebst ethnographischer Erklärung, verfasst und herausgegeben von Joseph Heinbucher Edlen v. Bikkessy. Wien 1820.

Ähnlich

Kommentar verfassen