Dame im Pariser Strassenkostüm. Frankreich 1823-1824.

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Dame im Pariser Strassenkostüm 1823-1824.

FRANKREICH. DAME IM PARISER STRASSENKOSTÜM. 1823—1824.

Von FRANZ SKARBINA.

Die Dame auf unserem Kostümbild, nach Pariser Modenkupfern der angegebenen Zeit gezeichnet, erscheint in sommerlicher Strassen-Toilette. Der über dem Vorderhaupt hoch hinauf geschwungene, enorme Hut mit rotem Samtbezug ist mit grossen Marabout-Federn geschmückt und durch Bindebänder mit grosser Schleife unter dem Kinn befestigt.

Die am Halse viereckig ausgeschnittene Robe aus grau oder orange gestreiftem Stoffe zeigt Schulter-Puffärmel, die bis nahe zur Armbeuge reichen. Darüber legt sich ein mit schmalen Blonden eingefasste Bandeaux von demselben Stoff wie das Kleid. Der Rock ist unten zwischen grauen »Rouleaux« mit zwei breiten Besätzen des gleichen Stoffes geschmückt. An den untersten derselben fügt sich ein breiter Besatz von grauer Seide, über dessen grossbauschige »Bouillons« wieder in schräger Richtung nach dem Saum hin, Rouleaux von dem orange und grau gestreiften Stoff des Kleides laufen.

Der von dem Rock nicht bedeckte Fuss ist mit ausgeschnittenen, grauseidenen, mit Kreuzbändern gebundenen Schuhen bekleidet. Ein Shawl von weissem Crêpe de Chine mit langen Franzen an den schmalen, mit buntfarbigen Blümchen durchwirkten Enden, lange, bis zum Ellenbogen hinauf reichende Handschuhe und ein kleiner Sonnenschirm mit rundgebogener Krücke vervollständigen die Toilette.

Quelle:

Franz Skarbina (24. Februar 1849 – 18. Mai 1910) war ein deutscher impressionistischer Maler, Zeichner, Radierer und Illustrator.

Im Jahr 1888 wurde er als Professor an die Preußische Akademie berufen und 1892 wurde er dort ordentliches Mitglied. 1889 nahm er an der Ausstellung zum hundertsten Jahrestag der Französischen Revolution teil. 1892 wurde er zum Mitglied der Berliner Akademie der Künste ernannt.

Im selben Jahr trat er jedoch aufgrund von Unstimmigkeiten mit dem Direktor der Akademie, Anton von Werner, von seinem Lehrauftrag zurück. Das Problem entstand durch seine Teilnahme an der „Elfergruppe“, einer Vereinigung von Künstlern die er mit seinen Freunden Max Liebermann und Walter Leistikow mitbegründete, die sich der Förderung eigener Ausstellungen der damals als „radikal“ geltenden Kunst widmeten, frei vom Einfluss der Akademie. Diese Gruppe wird durch einen Skandal anlässlich einer Munch-Ausstellung und der damit ausgelösten Munch-Affäre oder Munch-Skandal, gegründet. Dieser Skandal wird als der offizielle Beginn oder als die Geburtsstunde der Modernen Kunst in Deutschland angesehen.

Im folgenden Jahr besucht Skarbina wieder den Norden Frankreichs, das französische und belgische Flandern und Holland. Dies führte schließlich (1898) zur Gründung der Berliner Sezession, zu deren Mitbegründern Skarbina gehörte.

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