Traditionelle Hüte aus den österreichischen Alpenländern.

Tarditionelle, Trachtenhüte, Tirol,  Steirerhut, Sulmbacher, Frauenhut, Goisererhut, Männerzylinder, Filzhüte
Hüte aus den österreichischen Alpenländern.

Traditionelle Hüte aus Tirol, Oberösterreich, Steiermark.

Es braucht wohl nicht erst betont zu werden, dass die hier abgebildeten Hutformen, Nr. 5, 13 und etwa noch 8 ausgenommen, der Vergangenheit, allerdings einer ziemlich jungen, angehören.

Tirol: Die nähere Provenienz der beiden schwarzen Filzhüte Nr. 1 und 2 lässt sich nicht mit Sicherheit bestimmen. Nr. 1 zeigt bis auf die übertriebenen Dimensionen – ein charakteristisches Merkmal der alpinen Kopfbedeckungen — noch ziemlich rein die allgemeine europäische Mode des 17. Jahrhunderts, auf die er gewiss zurückgeht. Nr. 3. Männerhut aus schwarzem langhaarigem Filz mit Samtband und roten Schnüren, Meran, Mitte dieses Jahrhunderts; Nr. 4. Männerzylinder aus schwarzem Filz mit breitem schwarzem Samtband, aus der Gegend von Brixen und Klausen; Nr. 5. Männerhut, schwarz, mit Goldquasten und Seidenrüsche auf der Unterseite der Krempe, Achensee; Nr. 6. Frauenhut mit vier querlaufenden Seidenbüscheln (Knödeln) und Bandmasche, Pustertal.

Salzburg: Nr. 7. Frauenhut, nicht selten auf Porträts von Salzburger Bürgerfrauen des vorigen Jahrhunderts; am oberen Rand hat er den charakteristischen Rüschenbesatz, einen inneren aus Samt und einen äusseren aus rautenförmig gemusterter Seide; Nr. 8. Frauenhut, schwarz, mit Seidenbesatz auf der aufwärts gebogenen Krempe, Goldschnur und Goldquasten, aus der Gegend von Saalfelden.

Oberösterreich: Nr. 9. Zylinderförmiger Frauenhut, schwarz, die abwärts gebogene Krempe oben mit geblümter schwarzer Seidenrüsche überzogen; das bunte Band hängt über den Vorderleib herab; aus der Gegend von Steyr. Oberösterreich, besonders dem Salzkammergut (samt dessen angrenzenden Teilen in Salzburg und Steiermark), waren bis vor 25 Jahren eigentümlich die weissen Filzhüte der Frauen, Nr. 10, 11 und 12. Sie wurden wie auch 7 und 9 nicht direkt auf dem Kopf, sondern über einer Haube, später über dem Kopftuch getragen. Nr. 10. Der sogenannte Goisererhut mit schwarzem Seidenbesatz auf der Unterseite der Krempe; Nr. 11 im oberen Ennstal (Schladming) heimisch, mit schwarzem gefälteltem Besatz an der oberen, glattem und granatrotem an der unteren Seite der Krempe; auf derselben ein breiter und umlaufend um den Gupf ein schmaler Streifen in schwarzer Posamenterie. Bei Nr. 12 unten auf der Krempe ein äusserer schwarzer und ein innerer bunter Faltenbesatz.

Steiermark: Nr. 13 Der Steirerhut aus grünem Filz mit breitem lichterem
Band, in das wir uns Gamsbart, Schild- oder Auerhahnstoss gesteckt denken müssen; Nr. 14 der originelle Sulmbacher Frauenhut aus gelbem Stroh, mit den beiden typischen Rosetten aus bunter Seide neben dem Gupf, dem langen Band und der grünen Rüsche auf der Unterseite der riesigen Krempe.

Nr. 1 und 2 Eigentum des Grafen Hans Wilezek, Nr. 3, 4, 6, 8, 12 und 14 des Herrn J. Salzer, Nr. 5, 11 und 13 des Herrn Lambert Hofer, Nr. 9 der Frau Marianne Kautsch in Steyr, Nr. 7 und 10 des Museum in Salzburg.

Quelle: Die Costüm-Ausstellung im K. K. Österreichischen Museum, 1891. Ihre wichtigsten Stücke, ausgewählt und beschrieben von Dr. Karl Masner. Karl Masner; Julius Löwy; K.K. Österreichisches Museum für Kunst und Industrie. Wien: J. Löwy, 1894.

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