Triptychon. Die heilige Nacht des Malers Fritz von Uhde.

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Triptychon. Die heilige Nacht 1888/89. Fritz von Uhde.

Die heilige Nacht des Malers Fritz von Uhde.

(Triptychon: Mitteltafel „Geburt Christi“, linker Flügel „Der Zug der Hirten“, rechter Flügel „Gesang der Engel“)

Das Dreiflügelbild „Heilige Nacht“, das durch Schenkung in den Besitz der Dresdener Galerie gelangte, entstand im Winter 1888—1889. Es steht mit dem „Lasset die Kleinen zu mir kommen!“ wohl in erster Reihe von Uhde’s religiösen Gemälden, was keusche Andacht der Auffassung sowohl, als auch was Malerei angeht. Die Andacht und die Malerei sind hier sozusagen zu einem Einzigen verschmolzen, von einer wundersam rührenden Poesie des Lichtes, die doch mit den bescheidensten Mitteln arbeitet, ist alles durchtränkt und ver- klärt.

Im Mittelbild, auf dem die Madonna — Jungfrau, Mutter, Königin zugleich — ihr Kindlein anbetet, wie auf dem linken Seitenflügel ist’s eine armselige Stalllaterne, die jene Wunder des Lichts tut, auf dem zweiten Seitenflügel fällt der Mondstrahl durch Löcher im Dache auf die musizierenden Engel und macht Armut und Ode zu schimmernder Pracht. Wenn wir heute Uhde’s „Heilige Nacht“ bewundern, ist der Widerspruch, den das Werk bei seinem Erscheinen fand, dem modernen Menschen kaum mehr verständlich. Jener Widerspruch war so laut, daß er den Maler veranlaßte, gegen seine sonstige Gepflogenheit nachzugeben, das Mittelbild, das dadurch vielleicht gewonnen hat, zu bearbeiten und die Seitenflügel, die sicherlich dabei ein wenig verloren, neu zu malen. Heute sind auch die alten Seitenflügel im Besitze der Dresdener Galerie (Gemäldegalerie Alte Meister).

Fritz von Uhde (gebürtig Friedrich Hermann Carl Uhde; 22. Mai 1848 – 25. Februar 1911) war ein deutscher Maler von Genre- und religiösen Motiven. Sein Stil lag zwischen Realismus und Impressionismus. Er wurde einst als „Deutschlands herausragender Impressionist“ bezeichnet und war einer der ersten Maler, der die Freilichtmalerei in Deutschland einführte.

Um 1890 wird Uhde Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München. Er gehörte mit Max Slevogt, Ludwig Dill und Lovis Corinth zu den Gründungsmitgliedern des Vereins Bildender Künstler, besser bekannt als Münchner Sezession. Später schließt er sich auch der Berliner Sezession an.

Quelle: Album der Dresdner Galerie: Gemälde des XIX. Jahrhunderts und der Gegenwart: vierzig farbentreue Wiedergaben mit begleitenden Texten. Gemäldegalerie Leipzig: E. A. Seemann 1920.

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