Ritter in lang gefälteten Waffenröcken und breiten Eisenfüßen.

Nicolaus Glockendon, Hefner-Alteneck, Renaissance, Illustration, Rittertrachten, Waffenrock, Waffenröcke,
Deutsche Rittertrachten von Nicolaus Glockendon, um 1524.

Ritter in lang gefälteten Waffenröcken um 1524.

Rittertracht aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, aus dem in der königlichen Schlossbibliothek von Aschaffenburg 1) befindlichen Fest-Missale 2), das Nicolaus Glockendon (um 1490-1533, Buchmaler in Nürnberg) für den Mainzer Erzbischof Kardinal Albrecht von Brandenburg malte, und das folgende Schlußnotiz enthält:

ICH NICKLAS GLOCKENDON
ZU NURENBERG HAB
DISSES BHUCH ILLUMINIERT
UND VOLLENT IM IAR 1524

Diese Ritter stellen dabei die Begleiter des hl. Mauritius dar, der ebenfalls in der Tracht eines Ritters aus dieser Epoche erscheint. Das Wesentliche dazu hat Glockendon den Holzschnitten im „Weißkunig“ von Hans Burgkmaier 3) entnommen.

Die Ritter erscheinen in reicher Farbenpracht und die Hauptmerkmale der Harnische der ersten Hälften des 16. Jahrhunderts bestehen hier vorzüglich in den ganzen Kopf umschließenden Helmen (Armet), den lang gefälteten Waffenröcken und den breiten Eisenfüßen.

1) Heute ausgestellt im Stiftsmuseum der Stadt Aschaffenburg.
2) Ein Missale ist ein liturgisches Buch mit allen Anweisungen und Texten, die für die Feier der Messe das ganze Jahr über notwendig sind. Vor der Zusammenstellung solcher Messbücher wurden mehrere Bücher zur Feier der Messe verwendet. Dazu gehörten der Graduale (Texte hauptsächlich aus den Psalmen, mit zusätzlichen musikalischen Noten), das Evangelium, der Brief mit Texten aus anderen Teilen des Neuen Testaments, hauptsächlich den Briefen des Heiligen Paulus, und das Sakramentale mit den Gebeten, die der Priester selbst gesprochen hat.

3) Von etwa 1508 an arbeitete Hans Burgkmair d. Ä., während einem Großteil seiner Zeit, an den Holzschnittprojekten von Maximilian I., die erst beim Tod des Kaisers im Jahr 1519 endete. Fast die Hälfte der 135 Grafiken im Triumph Kaiser Maximilians I. entstanden unter seiner Ägide. Er hat auch die meisten der Illustrationen für Weiss Kunig und viel im Theurdank, erschienen 1517, gemacht. Er arbeitete eng mit dem führenden Holzschneider Jost de Negker zusammen, der zu seinem Verleger wurde.
Jost de Negker (auch Denecker, Dienecker) war ein Holzschneider, Drucker und Verleger von Holzschnitten im frühen 16. Jahrhundert, hauptsächlich in Augsburg. Er war einer der führenden Formen,- oder Blockschneider seiner Zeit. Er ist eng mit der Entwicklung des Feinholzschnitts in Nordeuropa verbunden (Gold- und Farbdruck, Clairobscur-Schnitt). Geboren um 1485 in Antwerpen, arbeitete er bis 1508 als Holzschneider in den Niederlanden, wo ein von ihm geschnittener Druck von Lucas van Leyden veröffentlicht wurde. Wahrscheinlich zog er in diesem Jahr nach Augsburg (sicher vor 1512) und arbeitete für Maximilian I., den Heiligen Römischen Kaiser, an dessen Druckprojekten, sowie an der Herstellung von Druckblöcken nach Entwürfen von Hans Burgkmair d. Ä. und anderen.

Quelle: Trachten, Kunstwerke und Gerätschaften von frühen Mittelalter bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts, nach gleichzeitigen Originalen von Dr. J. H. von Hefner-Alteneck. Verlag von Heinrich Keller. Frankfurt a. M. 1879-1889.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheit - Frage *